Individuelle Prozessbegleitung

Klima und Gesundheit im Setting Kommune 

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und betrifft die menschliche Gesundheit direkt. Hitze, Extremwetterereignisse und andere gesundheitliche Risiken nehmen infolge von Klimaveränderungen zu. Die Dringlichkeit, sich dem Klimawandel anzupassen, ist offensichtlich und erfordert Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Erfahre, wie unser Programm ‘Klimastark’ Kommunen dabei unterstützt, präventive Maßnahmen zu ergreifen und ein gesundes Lebensumfeld zu schaffen.

Unser Programm “Klimastark”

Präventionsmaßnahmen müssen auf verschiedenen Ebenen initiiert werden, insbesondere in unseren Alltagswelten, den Kommunen. Diese spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen und -konzepten. Doch kommunale Akteure stehen bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Klimaanpassung oder Hitzeraktionsplänen häufig vor Herausforderungen.

Herausforderungen im kommunalen Setting

  • Zuständigkeiten sind oft unklar, was die Handlungsfähigkeit beeinträchtigt.
  • Nicht immer gibt es extra Ressourcen für die Umsetzung
  • Fachkompetenzen aus Gesundheitsförderung und Prävention sind nicht immer gesichert. 
  • Es gibt (noch) wenig Erfahrung mit der neuen Thematik und oft fehlen länger erprobte Prozesse im kommunalen Setting. 

Das Programm „Klimastark“ von nuvio bietet hier eine innovative Prozessbegleitung. In einem modularen Prozess begleiten wir Kommunen von der Analyse bis zur nachhaltigen Verstetigung bei der Integration von Klima und Gesundheit als Querschnittsthema in bestehende Strukturen. Darüber hinaus schaffen wir Neues und unterstützen so z.B. bei der Erstellung und Umsetzung von kommunalen Hitzeaktionsplänen.  

“Die Anpassung an Klimaveränderungen ist zur Daueraufgabe geworden. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz.”

– Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Ein 360-Grad-Beteiligungsansatz stellt sicher, dass alle relevanten Akteure einbezogen werden. Für das Gelingen unterstützt nuvio als externe Prozessbegleiterin auf strategischer Ebene bei der Entwicklung und Moderation von Workshops, im Projektmanagement sowie in der Steuerung und Koordination des Gesamtprozesses. 

Ziele von Klimastark

Unterziele:

  • Identifikation relevanter Stakeholder 
  • Aktivierung aller Stakeholder und der Allgemeinbevölkerung mit dem Ziel einer hohen Teilnahme an Beteiligungsformaten 
  • Identifikation von Synergien zwischen verschiedenen Stakeholdern und Handlungsfeldern 
  • Steigerung der Prozess- und Ergebnisqualität 

Hierfür kann nuvio in verschiedenen Prozessschritten unterstützten:

  • Die Prozessmodellierung und -begleitung bildet einen Kernpunkt, begleitet von einer umfassenden Methodenberatung, inklusive der Auswahl und Moderation sämtlicher Beteiligungsformate.
  • Eine agile und partizipative Gesamtprogrammkoordination und -management gewährleistet die effektive Umsetzung der gesetzten Ziele. Dies wird durch ein regelhaftes Monitoring (Controlling) des Gesamtprozesses sichergestellt.
  • Strategische Beratung, die sowohl Chancen- als auch Risikomanagement einschließt, ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Tätigkeiten bei nuvio. Dies beinhaltet auch das Reporting und die fortlaufende Informationsbereitstellung für den Auftraggeber bezüglich der Prozessentwicklung und der zu bearbeitenden Arbeitspakete.
  • Des Weiteren umfassen die Aufgaben die Begleitung und Unterstützung aller Maßnahmen der Qualitätssicherung, -entwicklung und Evaluation, einschließlich der Schaffung programmübergreifender Qualitätsstandards.
  • Die Unterstützung, Beratung und Koordination von Projektmarketingaufgaben sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind ebenfalls Teil des Portfolios.
  • Abschließend werden die Ergebnisse von Workshops aufgearbeitet und für die Teilnehmenden zusammengefasst, um einen transparenten und effektiven Kommunikationsprozess sicherzustellen.

Der Klimastarkprozess im Überblick:

1. Steuerkreis & Qualifizierung

Der Steuerkreis dient als zentrales Gremium, das die relevanten Akteur:innen und Stakeholder zusammenbringt. Seine Funktionen umfassen die Repräsentanz dieser Akteur:innen, um eine umfassende und vielfältige Perspektive in alle Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse einzubringen.

In seiner Arbeitsweise folgen die Mitglieder des Steuerkreises einem klar strukturierten Prozess. Dieser Prozess beinhaltet die Identifizierung von Zielen und Schlüsselmaßnahmen sowie die Entwicklung detaillierter Pläne zur Umsetzung dieser Maßnahmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeitsweise ist die Strategieentwicklung, bei der praktische Lösungen entworfen und die Wirksamkeit der angewandten Ansätze kontinuierlich bewertet werden.

Optional: Qualifizierung

  • nuvio qualifiziert Akteur:innen der Kommune zu Multiplikator:innen, die das erworbene Wissen in ihrem jeweiligen Kontext umsetzen 
  • Schließung der Lücke zwischen theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung durch praxisnahes Qualifizierungsprogramm 
  • Schaffung eines nachhaltigen Netzwerks von Expert:innen 

2. Analyse

Ermittlung des Handlungsbedarfs durch Bewertung der gesundheitlichen Lage im Setting, einschließlich der Identifizierung von Risiken und Potenzialen für Zielgruppen 

3. Strategie- & Maßnahmenentwicklung

  • Entwicklung einer Strategie für die Initiierung und Umsetzung des Masterplans/HAP 
  • Auf dieser Basis: Entwicklung zielgruppenspezifischer Maßnahmen, die in Maßnahmenkatalog gebündelt werden 

4. Maßnahmenplan und Initiierung Masterplan/HAP 

Erstellung eines Maßnahmenkatalogs auf Basis der Workshop- und Analyseergebnisse 

5. Evaluation

  • Entwicklung Evaluationskonzept inkl. Struktur-, Prozess-, Ergebnis- und Planungsqualität 
  • Dokumentation der umgesetzten Maßnahmen

6. Verstetigung

  • Bereitstellung von orts- und zeitunabhängigen Möglichkeiten zur Informationsvermittlung. 
  • Kontinuierliche Schulung von Multiplikator:innen und Mitarbeitenden in den jeweiligen Settings 
  • Regelmäßige Treffen des Steuerkreises und der AGs 
  • Beratung hinsichtlich Folgeförderung und Unterstützung bei der Antragsstellung. 

Klimastark in der Umsetzung: Bezirk Treptow-Köpenick

Der Bezirk Treptow-Köpenick in Berlin setzt sich aktiv mit dem Thema Hitzeschutz auseinander und strebt die Entwicklung eines umfassenden Hitzeaktionsplans inklusive Maßnahmenplänen an. In Zusammenarbeit mit nuvio werden weitere relevante Stakeholder identifiziert und aktiviert, um eine hohe Teilnahme an Beteiligungsformaten zu erreichen und Synergien zwischen verschiedenen Handlungsfeldern zu identifizieren. Angesichts der steigenden Temperaturen in Berlin hat der Bezirk bereits Schritte unternommen, um Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention zu ergreifen. Dafür strebt der Bezirk eine Kooperation mit nuvio an, um Workshops zu moderieren, im Projektmanagement zu unterstützen und den Gesamtprozess zu koordinieren. 

Der Hitzeaktionsplan soll Schnittmengen mit anderen regionalen Gesundheitsthemen berücksichtigen und als Grundlage für zukünftige Maßnahmen dienen, mit dem langfristigen Ziel, den Bezirk widerstandsfähig und zukunftsfähig zu machen. 

Quellen

Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG) (2023). https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2023/393/VO 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare & Sicherheit (BMU). (2020). Den Klimawandel gesundheitlich meistern! Empfehlungen zur Vorsorge. https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Gesundheit_Umwelt/klimawandel_gesundheitlich_meistern_bf.pdf 

Chen, K., Breitner, S., Wolf, K., Hampel, R., Meisinger, C., Heier, M., Von Scheidt, W., Kuch, B., Peters, A., Schneider, A., for the KORA Study Group, Peters, A., Schulz, H., Schwettmann, L., Leidl, R., Heier, M., & Strauch, K. (2019). Temporal variations in the triggering of myocardial infarction by air temperature in Augsburg, Germany, 1987–2014. European Heart Journal, 40(20), 1600–1608. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehz116 

Deutscher Wetter Dienst (DWD). (2015). Climate change – News. 2015, August: Beat the Heat: DWD and NOAA collaborate on reducing the impacts of heatwaves. https://www.dwd.de/EN/climate_environment/climatechange/climatechange_node.html 

Deutschländer, T., & Mächel, H. (2017). Temperatur inklusive Hitzewellen (S. 47–56). https://doi.org/10.1007/978-3-662-50397-3_6 

Grothmann, T. (2020). Beteiligungsprozesse zur Klimaanpassung in Deutschland: Kritische Reflexion und Empfehlungen (Umweltbundesamt, Hrsg.). KomPass – Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung. http://www.umweltbundesamt.de/publikationen 

Kaiser, T., Kind, C., Dudda, L., & Sander, K. (2021). Klimawandel, Hitze und Gesundheit: Stand der gesundheitlichen Hitzevorsorge in Deutschland und Unterstützungsbedarf der Bundesländer und Kommunen. UMWELT & GESUNDHEIT. UMWELTMEDIZIN. VERBRAUCHERSCHUTZ., 1/2021, 27–37. 

Köckler, H., Simon, D., Agatz, K., & Flacke, J. (2017). Gesundheitsfördernde Stadtentwicklung—Das SUHEI-Modell nutzt hierfür Indikatoren. https://urbanhealth-digispace.de/wp-content/uploads/2021/11/09_Literatur_Gesundheitsfoerdernde-Stadtentwicklung_SUHEI_Koeckler.pdf 

Kolip, P., Ackermann, G., Ruckstuhl, B., & Studer, H. (2019). Gesundheitsförderung mit System. Qualitätsentwicklung in Projekten und Programmen der Gesundheitsförderung und Prävention. (2., vollständig überarbeitete Auflage). Hogrefe. 

Kolip, P., & Trojan, A. (2020). Qualitätsentwicklung in der Prävention und Gesundheitsförderung. In M. Tiemann & M. Mohokum (Hrsg.), Prävention und Gesundheitsförderung (S. 1–18). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-55793-8_117-1 

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. (2023). Hitzeaktionsplanung. www.lzg.nrw.de/11358076 

Matthies, F., Bickler, G., Marin, N. C., & Hales, S. (2008). Heat-health action plans—Guidance. WHO Regional Office for Europe, Copenhagen. https://ghhin.org/wp-content/uploads/E91347.pdf 

Schillo, S., Richter, A.-K., & Wasem, J. (2019). Untersuchung des Einflusses von Hitze auf Morbidität. https://www.econstor.eu/bitstream/10419/204580/1/1678560863.pdf 

Winklmayer, C., Matthies-Wiesler, F., Muthers, S., Buchien, S., Kuch, B., An Der Heiden, M., & Mücke, H.-G. (2023). Hitze in Deutschland: Gesundheitliche Risiken und Maßnahmen zur Prävention. https://doi.org/10.25646/11645 

Winklmayr, C., Muthers, S., Niemann, H., Mücke, H.-G., & An Der Heiden, M. (2022). Heat-related mortality in Germany from 1992 to 2021. Deutsches Ärzteblatt International. https://doi.org/10.3238/arztebl.m2022.0202 

Witt, C., & Liebers, U. (2023). Urbane Hitze- und Luftbelastung—Was muss der Kliniker wissen? Pneumo News, 15(2), 38–45. https://doi.org/10.1007/s15033-023-3476-6 

World Health Organization (WHO) Regionalbüro für Europa. (2019). Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden: Neue und aktualisierte Hinweise für unterschiedliche Zielgruppen. https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/341625/WHO-EURO-2021-2510-42266-58732-ger.pdf?sequence=1&isAllowed=y 

30.03.2024
Anna Bock

Du hast Fragen zu ‘Klima, öffentliche Verwaltung‘ oder willst einfach nur „Hallo“ sagen?

->

Anne Brüning
Senior Public Affairs Manager

Weitere Themen gefällig?