Kann künstliche Intelligenz (KI) Prävention  wirksamer machen?

"IndiSuKI" steht für

Hyperindividualisierte Gesundheitskommunikation und Verhaltensmotivation in der Suchtprävention durch generative Künstliche Intelligenz (KI)

Das Forschungsprojekt, das gemeinsam von nuvio, der Universität Siegen und Railslove umgesetzt wird, entwickelt und erprobt eine KI-gestützte Anwendung zur personalisierten Cannabisprävention für junge Erwachsene. Die Anwendung soll individualisierte Präventionsbotschaften vermitteln und als digitaler Begleiter im Alltag wirken. Junge Erwachsene werden partiziaptiv in die Entwicklung eingebunden, um Akzeptanz und Zielgruppenpassung sicherzustellen. Die Forschungsergebnisse und der Prototyp sollen langfristig eine offene, frei zugängliche Lösung ermöglichen, die weiterentwickelt und Handlungsfeld unabhängig genutzt werden kann.

Das Projekt ist Teil der Förderrichtlinie „Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Suchtprävention“ des Bundesministeriums für Gesundheit.

Relevanz

KI, Prävention und Gesundheitskommunikation

Gesundheitskommunikation und Prävention befinden sich in einer digitalen Transformation. Auch die Suchtprävention steht vor einem strukturellen Wandel. Digitale Anwendungen gewinnen an Bedeutung, neue KI-gestützte Angebote zeigen bereits heute ihr Potenzial in anderen Versorgungsbereichen, etwa durch personalisierte Unterstützung bei chronischen Erkrankungen oder der Förderung gesundheitsbezogener Verhaltensweisen.

Für die Suchtprävention liegen bislang jedoch wenige Lösungen vor. Damit stellt sich die Frage, wie KI genutzt werden kann, um Zielgruppen wirksamer zu erreichen und Präventionsinhalte individueller aufzubereiten. Chancen, Nutzen und Risiken eines KI-Einsatzes in der Suchtprävention sind bislang erst in Ansätzen erschlossen und bedürfen einer systematischen Untersuchung.

Ziele unseres Forschungsprojekts

Chancen, Nutzen & Risiken identifizieren

Ziel des Vorhabens “IndiSuKI” ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluation einer Anwendung, die Inhalte der Cannabisprävention mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) personalisiert vermittelt. Die Zielgruppe umfasst junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren mit unterschiedlichen Konsumprofilen.

Oberziel des Forschungsvorhabens “IndiSuKI” ist es, die Chancen, Nutzen und Risiken für die Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz in der Suchtprävention zu identifizieren. Dabei soll partizipativ untersucht werden, wie KI-generierte Inhalte aufgrund der Möglichkeiten zur Hyperindividualisierung eine Motivation zur Verhaltensveränderungen erhöhen können. Hierfür werden vorhandene Gesundheitsinformationen mithilfe einer generativen KI möglichst individuell ausgespielt und mit der Wirkung herkömmlicher Gesundheitsinformationen verglichen.

Mithilfe generativer KI sollen nutzendenspezifische präzise, individuelle Präventionsimpulse ausgespielt werden. Die Anwendung dient als digitaler Begleiter, der reflektierte Entscheidungen unterstützt. Um die Passung und Akzeptanz der Anwendung zu sichern, werden geschulte junge Erwachsene aus der Zielgruppe aktiv in die Konzeption und Entwicklung eingebunden.

"In unserem partizipativen Forschungsansatz binden wir junge Menschen aktiv als Co-Forschende in die Entwicklung digitaler Präventionsmaßnahmen ein, sodass ein Angebot entstehen kann, das ihre Bedürfnisse wirklich trifft und ihre Lebenswelt authentisch widerspiegelt.“

Prof. Dr. Christoph Dockweiler

Universität Siegen

„Ein UX-Projekt mit hohem Anspruch: Wie gestalten wir digitale Unterstützung so, dass sie gern genutzt wird und wirklich hilft? Generative KI eröffnet hier neue Möglichkeiten – aber nur, wenn Technik, Tonalität und Timing stimmen. Wir möchten ein Produkt entwickeln, das im Alltag junger Menschen wirklich ankommt.“

Tim Schneider

CEO Railslove GmbH

„In den vergangenen Jahren haben wir intensiv mit dem Feld über Chancen und ethische Grenzen von KI in der Prävention diskutiert.
Mit IndiSuKI gehen wir nun den nächsten Schritt – in die qualitätsgesicherte, gemeinwohlorientierte Erprobung. Ko-kreativ mit der Zielgruppe entwickelt!“

Christoph Holz-Rossi

CEO nuvio gGmbH 

Vorgehensweise

Modellierung entlang des HAPA-Modells

Die Generierung des KI-Outputs folgt einem moderierenden Ansatz, der qualitätsgesicherte, aber generische Gesundheitsinformationen, systematisch mit den individuellen Eingaben der Nutzer:innen verknüpft. Grundlage bildet der Health Action Process Approach (HAPA) nach Schwarzer (2008), dessen motivationalen und volitionalen Konstrukte in die Logik der Antwortgenerierung integriert werden. Mithilfe künstlicher Intelligenz ordnet die Anwendung Nutzer:inneneingaben diesen Konstrukten zu und passt Tonalität, Komplexität und Handlungsempfehlungen individuell an.

Dadurch entsteht ein dialogischer Prozess: Die Anwendung vermittelt nicht nur Informationen, sondern moderiert einen personalisierten Reflexions- und Entscheidungsprozess, der auf die Bildung und Stärkung gesundheitsbezogener Intentionen abzielt. So unterstützt der Output die Nutzer:innen, ihre Haltung zum eigenen Konsum besser einzuordnen, motivationale Barrieren zu verstehen und konkrete nächste Schritte abzuleiten.

Meilensteine

Ausblick auf die nächsten Schritte

28. Februar 2026

Beirat ist mit 8 Expertinnen und Experten besetzt und hat seine Arbeit aufgenommen. Datenschutzkonzept, Rekrutierungsplan, Ethikvotum und Prozess- und Kommunikationslandkartenliegen final vor.

31. Mai 2026

Feinkonzept zum Sprachmodell (LLM) fertiggestellt. Drei Fokusgruppendiskussionen wurden durchgeführt.

31. Januar 2027

Eine minimal nutzbare Version (MVP) des Prototypen liegt vor.

31. Oktober 2027

Beide Erhebungszeiträume inkl. Follow -Up wurden erfolgreich durchgeführt. 

Organisationsentwicklung und Methodenberatung

Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen für kontrollierten Wandel, verbesserte Arbeitsbedingungen und gesteigerte Innovationskraft durch gezielte Beratung und innovative Methoden.

Gemeinsam entwickeln statt nur vorzugeben. Mit innovativen Methoden öffnen wir neue Perspektiven und lösen wiederkehrende Herausforderungen. Moderne Beteiligungsformate ermöglichen echte Partizipation und schaffen nachhaltig wirkungsvolle Lösungen.

Mehr erfahren

Gemeinsam Gesundheit gestalten. Wir entwickeln Prozesse und Programme und begleiten euch in allen Phasen des Public Health Action Cycle – von der Analyse über die Umsetzung bis hin zur Evaluation. Ob leifadenkonforme Intervention, Multiplikator:innenschulung oder Strategieentwicklung vor Ort.

Mehr erfahren

Gestalten statt reagieren. Neues schaffen. Wir unterstützen euch dabei, zukunftsweisende Ideen zu entwickeln, die nicht nur nachhaltig wirken, sondern messbare Erfolge und echte Veränderungen bewirken. So setzt deine Organisation Innovationsprozesse gezielt um und macht Transformation greifbar.

Mehr erfahren

Digitalisierung menschenzentriert denken. Wir begleiten von der Prozessmodellierung über User Research bis hin zur finalen Implementierung. Dabei entwickeln wir nutzerzentrierte Lösungen, die alle Stakeholder einbeziehen und digitalen Abläufe nachhaltig optimieren.

Mehr erfahren

Unser

Beirat

"Ich freue mich, den Prozess der Entwicklung des KI basierten Präventionstools IndiSuKI durch nuvio im Projektbeirat zu begleiten. Gerade im Bereich der Cannabisprävention braucht es innovative Projekte, die junge Konsumierende frühzeitig erreichen."

Andrea Hardelingen 

Geschäftsführerin, Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.

"Ich engagiere mich im Beirat, weil ich dazu beitragen möchte, dass der Einsatz generativer KI in der Suchtprävention konsequent an den Bedürfnissen der Nutzenden ausgerichtet ist und zugleich problemfokussiert und verantwortungsvoll gestaltet wird“.

Teresa Staiger 

Projektmanagerin, Bertelsmann Stiftung 

„In den vergangenen Jahren haben wir intensiv mit dem Feld über Chancen und ethische Grenzen von KI in der Prävention diskutiert.
Mit IndiSuKI gehen wir nun den nächsten Schritt – in die qualitätsgesicherte, gemeinwohlorientierte Erprobung. Ko-kreativ mit der Zielgruppe entwickelt!“

Christoph Holz-Rossi

CEO nuvio gGmbH 

Perspektiven für die Praxis

Die im Projekt “IndiSuKI” generierten Erkenntnisse und der entwickelte Prototyp sollen langfristig Impulse für eine moderne, digital gestützte Suchtprävention setzen. Ziel ist es, Prävention und Gesundheitskommunikation mithilfe von KI weiterzuentwickeln und zielgruppenorientierter auszuspielen.

Besonderes Augenmerk liegt auf einem offenen, frei zugänglichen Lösungsansatz: darum wird der Prototyp als Open Source entwickelt. Der offene Ansatz soll zu einer breiten Verankerung KI-gestützter Präventionsangebote beitragen.

Du hast Fragen zum Forschungsprojekt?

->

Christoph Holz-Rossi
Geschätsführer von nuvio
Consent Management Platform von Real Cookie Banner